Gibt es Satan? Oder wollte die Kirche die Menschen durch Angst vor der Hölle gefügig machen? Und ist Jesus tatsächlich Gottes Sohn? Was ist aus eurer Sicht wichtig für uns Menschen zum Thema Satan und Jesus?

Alle Religionen und jedes spirituelle System bestehen aus Bausteinen, die aufeinander aufgebaut sind. Um spirituell über Religiöses zu sprechen, können wir den Inhalt dieser Bausteine und die dadurch verursachten Wirkungen auf den Menschen miteinander vergleichen. Wie wirkt sich dieser Unterschied auf euere Lebenshaltung aus? Was haben sie gemeinsam? Davon möchten wir sprechen, indem wir Christentum und Spiritualität einander gegenüberstellen.

Als erstes möchten wir euch kurz die Übereinstimmungen der Bausteine aufzeigen, die Gemeinsamkeiten. Dabei beziehen wir uns auf ein offenes Christentum (im Gegensatz zum fundamentalistischen) und auf eine offene Spiritualität des Wachsens und Bewusstwerdens (im Gegensatz zur spirituellen Selbstüberhebung).

Im Christentum ist Gott die höchste Instanz. In der Spiritualität nennen wir sie Licht. In beiden steht sie für die Liebe, für Gnade und Wertfreiheit, Verzeihung und das ewige Leben. Satan und Jesus verkörpern im Christentum das Böse und das Gute. Spirituell gesehen ist dies vergleichbar mit der lichten und der schattigen Seite, in der ihr euch bewegt.

Wie dieses ähnliche System jedoch in euch Menschen wirkt, und vor allem, was es bewirkt, ist unterschiedlich. Der Grund dafür ist, dass im Christentum all diese Werte personifiziert – und dadurch nach aussen verlagert – wurden. Im Gegensatz zur individuellen Spiritualität durch Bewusstwerdung orientiert sich das Christentum am Familienbild Vater, Sohn und im Katholizismus zusätzlich auf Maria als Mutter.

Durch die Personifizierung und Auslagerung auf einen Gott-Vater, Gott-Sohn und Satan als Widersacher fällt es schwerer, das Gute wie das Böse in sich selbst oder der eigenen Handlung zu verorten. Satan versucht den Menschen und Jesus oder Gott werden um Liebe und Heilung gebeten. Beim spirituellen Weg liegen jedoch Schatten, Licht, Versuchung und Liebe in euch selbst verborgen. Dort könnt ihr sie finden und durch Bewusstwerdung umwandeln oder heilend einsetzen.

Anders formuliert: Ihr kommt aus dem Licht und seid selbst der Lichtfunken, wohin ihr auch wieder zurückkehrt. Ihr führt euch selbst in Versuchung und entscheidet, ob ihr euch den Qualitäten des Schattens oder des Lichts zuwendet. Ihr seid Schöpfer eures Lebens, nicht Kinder des Lichts, sondern Erwachsene mit einem lebendigen Lichtfunken.

Das bedeutet nun aber nicht, dass ihr unmündig wärt, wenn ihr Christen seid! Auch das Christentum kann spirituell gelebt werden. Die Brücke dazu steht in der Bibel: Gott formte den Menschen nach seinem Ebenbild. Was anderes bedeutet dies, als dass ihr ein Gottesfunken seid und das Göttliche in euch tragt.

Christen bitten und beten zu Gott – viele Spirituelle senden Wünsche ans Licht oder Universum. Für Christen ist Jesus der Inbegriff von Liebe, Frieden und Versöhnung – in der spirituellen Welt gilt er als Erleuchteter, der Liebe, Frieden und Versöhnung verkörpert. Christen sehen Satan als Feind – Spirituelle tun sich schwer, den Schatten anzuerkennen. Auch hier sind die Urbilder dieselben.
Wichtig scheint uns: Die Werte dieser drei Ur-Instanzen werden anders benannt und von manchen unter euch vereinfacht aufgefasst. Doch wenn ihr tiefer und bewusster hinschaut, stellen Christen wie Spirituelle fest, dass es darum geht, den Schatten in sich zu erkennen, das Lichte und die Bewusstwerdung selbstverantwortlich zu leben.

Für christlich orientierte Menschen ist dieser Schritt manchmal schwer. Wenn Gott der Vater, Jesus der Sohn ist, dann sind sie die Kinder. Doch welches Kind traut sich selbst zu, sich mit seinem Vater gleichzustellen.

Trotzdem erkennen immer mehr offene Christen, dass sie ein Teil von Gott, ein Teil des Lichts sind. Sie übernehmen Verantwortung für ihre Gedanken, Gefühle und überantworten diese nicht an Satan, Jesus oder Gott. Der christliche Glaube kann höchst spirituell gelebt werden, unabhängig davon, wie ihr die jeweiligen Instanzen benennt.

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Kommentare

Kommentar von Brigitte M. |

Danke für diesen sehr erhellenden und differenzierten Artikel. Mir wurde einiges bewusster.

Kommentar von Sylke |

Vielen Dank für die profunden Gedanken zu diesem Ur-Thema. Ich erkenne mich und mein Verständnis in vielem wieder. Bestätigung und Ermutigung für mich "offene" Christin. :)

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